Bundeshengstschau 2019

 

Jetzt muss ich ein bisschen ausholen...

Im Spätherbst 2018 bekam ich einen Anruf vom Bayerischen Ponyverband.

Jeder deutsche Zuchtverband darf eine Auswahl an Deckhengsten zur Bundeshengstschau im Januar

nach Berlin schicken und sie hätten gerne Pegasus dabei.

Nach kurzer Bedenkzeit haben wir uns entschieden, mitzumachen.

Ein Bereiter für Pegasus musste gefunden werden - das Pony sollte dort unterm Sattel vorgestellt werden

und ich habe einerseits im Winter nicht durchgehend die passenden Trainingsmöglichkeiten

- und andererseits nicht genug Nerven und Erfahrung, um das Pony in

so einer Kulisse vorzustellen.

So zog Pegasus also im November um - von zu Hause ins Trainingscamp

zu Sarah Haensel in den hohen Norden.

Mitte Januar ging es dann zusammen mit einer Freundin los,

ab zu Pegasus, ihn nochmal unterm Sattel sehen,

Pony und Zubehör waschen, einpacken und los nach Berlin.

Das Messegelände mitten im Zentrum ist riesig groß, es herrschte Hochbetrieb.

1750 Aussteller bestückten unzählige Messehallen, 400.000 Besucher wurden erwartet.

Alles war gut organisiert, wir durften bald ausladen und das Pony in seine Box bringen.

Untergebracht war Pegasus zusmmen mit den anderen Cob Hengsten

mitten in der Messe, für alle Besucher zugänglich.

Wie erwartet hat er die Aufmerksamkeit aber sehr genossen,

ließ sich stundenlang von Kindern die Nüstern streicheln, fotografieren, und war die Ruhe selbst.

3 Teilprüfungen standen uns in den 3 Tagen bevor - die Erwartungen waren niedrig gesteckt,

Pegasus lief gegen Körungssieger, Schausieger, international erfolgreiche Sportponys, usw.

Hauptsache er benimmt sich gut und steckt dieses riesen Event gut weg.

Aber ich glaube, wir haben uns nicht blamiert - in der Zuchtschau Welsh Cob

lief er auf dem 5. Platz, hinter wunderschönen und typvollen Welsh Hengsten.

Unterm Sattel und beim Freispringen wurden alle Hengste rasseunabhängig bewertet.

Vor der Dressurprüfung hatte ich am meisten Angst - Pegasus war noch nie auf einem Turnier,

noch nie in einer Abreitehalle, ist noch nie in der Abteilung gelaufen.

Ausserdem war die Pferd-Reiter-Kombination nicht optimal,

Pegasus zeigte sich in der Beritt-Zeit viel Nervöser als ich ihn kenne

und hielt sich im Trab ziemlich fest. Auch der Sattel passte nach den 2 Monaten

täglicher Arbeit nicht mehr optimal, da mussten wir noch sehr kurzfristig umdisponieren.

Aber was soll ich sagen, Schritt 7,0, Trab 7,0, Galopp 7,5, Rittigkeit 7,0.

Damit waren wir alle absolut zufrieden, Sarah und das Pony haben einen tollen Job gemacht!

Mit den Reitponys, die im Sport M und S laufen, konnte er natürlich nicht mithalten,

aber von den Welsh Cob Hengsten hatte er damit die beste Wertnote.

Und das Wichtigste: er hat sich weder von den andern Hengsten beim Abreiten

beeindrucken lassen, noch in der großen Arena Theater gemacht, er lief

einfach brav und konzentriert seine Runden.

Das haben wir beim abendlichen Züchtertreffen natürlich gebürlich gefeiert!!

Beim Freispringen am dritten Tag war er zwar schon ziemlich platt,

hat aber mit Begeisterung die fehlende Power wett gemacht.

Manier 7,0 - Vermögen 8,0.

Mit einem sehr zufriedenen Pony traten wir dann Abends den Heimweg an

und sind auch Nachts gut zu Hause angekommen.

Ein einmaliges Erlebnis, an so einem riesen Event teilzunehmen!

Wie immer haben wir viele Bekannte getroffen, viel Spaß gehabt - nur von der Messe haben wir

nicht allzu viel gesehen (ausser die Street-Food-Stände in der Nachbarhalle..!).

 

Danke an alle, die das ermöglicht haben, allen voran an Valerie als beste Begleitung und Pony-Versorungs-Assistentin, an Sarah für die liebevolle Vorbereitung und an meine Mama, die zu Hause die Ponys versorgt hat und ganz kurz nach Berlin gefahren ist, nur um Pegasus zu sehen!